TE 0526 – Psychogramm eines Blenders

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Ein Jahr Kanzler – Wie gefährlich wird Merz noch für Deutschland?

 
+++ HANS-OLAF HENKEL
– „Merz sollte eine Minderheitsregierung mit Experten bilden“  +++ KATHARINA SCHMIEDER – Bildstörung: ARD & ZDF manipulieren ihre Zuschauer +++ SIMON AKSTINAT – Kaiser Wilhelm ließ sich nicht beleidigen, aber er zensierte nicht +++

Editorial von Roland Tichy: Wollen und Können (hier – weiter unten – zu lesen!)

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Beschreibung

 

Inhalt

Editorial von Roland Tichy – TE 0526

Wollen und Können

Wir scheitern: Über 20 Jahre Bauzeit für den Stuttgarter Bahnhof, die Reste der Dredner Carolabrücke werden noch viele Jahre lang von der Elbe überspült, und der Neubau der Köhlbrandbrücke, Zu- und Abfahrt zum Hamburger Hafen, soll bis 2045 dauern – mindes­tens. Das 1931 errichtete und bis 1972 höchste Gebäude der Welt, das ­ Empire State Building in New York, wurde in neun Monaten hochgezogen, der Bau der vergleichsweise mickrigen Elbphilharmonie in Hamburg zog sich ein Jahrhundert später neun Jahre hin, die Kosten elfmal so hoch wie geplant. Es ist nicht Unvermögen – wir konnten das schon mal viel besser.

Andere können es noch im Westen: Zwei extravagante Erfolgsunternehmer, Jeff Bezos (Amazon) und Elon Musk (Tesla), liefern sich einen Wettlauf – zunächst auf den Mond, aber Ziel ist der Mars (S. 48). Sicher, ein paar deutsche Raketenbastler sind auch dabei. Wenn sie wachsen, wie die Regensburger Lysando, die faszinierende neue Medikamente gegen Blutvergiftung bis Neurodermitis entwickelt hat, prüfen sie eine Produktion am Standort Deutschland nicht einmal mehr (S. 54). Noch ist viel Können vorhanden, aber wir wollen offensichtlich nicht mehr.

Nach dem Abschalten kommt jetzt die endgültige Zerstörung: Braunkohletagebaue werden mit Rheinwasser geflutet, damit sie nie, nie, nie mehr genutzt werden können. Kohle- und Kernkraftwerke werden gesprengt, Autofabriken in Nachbarländer abgedrängt: nach Polen, Ungarn, Tschechien. Bald braucht Stuttgart keinen Bahnhof mehr, für die Pferdetram geht’s ohne. Die grünen Sprengkommandos ziehen durch das Land, Rote und Schwarze applaudieren. Statt auf Wirtschaft und Unternehmer setzen wir auf Bürokratie und Bürgergeld. Das Geld für Windräder in Gegenden ohne Wind kommt vom Steuerzahler, der kaum noch seine Tankrechnung bezahlen kann.

Nein, Friedrich Merz ist nicht für alles verantwortlich. Aber: Er wurde für Veränderung gewählt – und hat sich als der personifizierte Tu-nix entpuppt. Diejenigen, die in diesem Land etwas bewegen und verändern wollten, fühlen sich enttäuscht und belogen. Sie haben übersehen, dass Merz sogar der ideale Kanzler der Tu-nix-Klasse ist: Er redet dem grünen Zeitgeist nach dem Mund, weil er in den rot-grünen Medien wenn schon nicht geliebt wird, so doch um Achtung bettelt, wie der Dackel, der nach der Wurst schnappt. Dann wieder haut er rechte Thesen raus, um sich nach dem ersten Gegenwind beleidigt mit dem Wurstzipfel in die Hütte zurückzuziehen.

Merz ist kein Anführer, sondern ein wendiger Advokat, der es dem jeweiligen Auftraggeber recht machen will. Sein schauspielerisches Talent ist beachtlich. Die Psychologie bezeichnet das als Ich-Schwäche: schnelles, unüberlegtes Reden, Überforderung durch Gefühle, Schwierigkeiten, die Realität einzuschätzen, und Abhängigkeit vom Urteil anderer. So wird das nichts. Die gute Nachricht: Die Welt dreht sich weiter, entwickelt sich fort. Auch ohne Merz und Deutschland.

Inhaltsverzeichnis dieser Ausgabe

100 Seiten, durchgehend 4-farbig, broschiert

Zusätzliche Information

Gewicht 225 g
Größe 28 × 21 × 0,5 cm

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