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Editorial von Roland Tichy – TE 1026
Kleine große Wahl
Es ist in Sachsen-Anhalt nicht darüber abgestimmt worden, ob in Magdeburg eine Umgehungsstraße neu asphaltiert werden soll, auch wenn sich die zukünftige Landesregierung genau darum wird kümmern müssen. Es war eine Wahl, die einen neuen Ansatz der Politik einfordert. Und es geht ja ratzfatz weiter: In Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD ebenso wenig Kraft wie die dortige CDU, in Berlin könnte Die Linke das Amt des Regieren- den Bürgermeisters übernehmen (siehe S. 22). Und in Niedersachsen wurden viele Kandidaten der AfD bei den Kommunalwahlen vom vergangenen Wochenende teilweise einfach gar nicht zugelassen.
Überall gilt: Die großen Themen überlagern die lokalen. Wie lösen wir die Energiekrise und stoppen die Deindustrialisierung des Landes? Wie wird die Massenmigration endlich so organisiert, dass sie diesem Land dient? Wie wird die Einbürgerung gestoppt, mit der das alte Wahlvolk durch ein neues ersetzt wird? Wie werden Schulen wieder zu Anstalten der Wissensvermittlung, statt sich auf ideologische Indoktrination zu konzentrieren? Wie werden die Haushalte saniert, wie bleiben die Sozialversicherungen in Sachen Rente, Gesundheit und Pflege funktionsfähig, wie entlastet man die Bürger, statt sie mit immer neuen Klima-, Zucker- und sonstigen Steuern zu traktieren? Wie stoppen wir die flächendeckende Umweltzerstörung durch Solar-Meere und Windräder?
Es sind viele offene Fragen und Probleme, für die die herrschenden Parteien weder Antworten noch Lösungen präsentierten. Und es geht noch um mehr, nämlich um ein neues Staatsverständnis: Darf die Bevölkerung auch dieses Landes von ihrer Regierung erwarten, dass diese die Interessen des Souveräns wahrnimmt – oder sind die Wähler nur Klatschhasen, die der höheren Weisheit applaudieren dürfen? Gibt es noch Meinungs- und Medienfreiheit, oder müssen wir für Framing und Krampf von ARD und ZDF weiterhin Beiträge zahlen? Und auch nicht unwichtig: Beim Einchecken ins Hotel wurde ich kürzlich gefragt, ob ich Mann, Frau oder etwas anderes sei. Ja was denn, bitteschön? Wir werden gezwungen, jede sexuelle Marotte mitzumachen, und die Biologie wird per Gesetzesakt für ungültig erklärt. Ist es wirklich klug, Deutschland in den Konflikt mit den USA und Russland zu führen und es zu einer Art Hinterhof mit Waffenlager der Ukraine herabzusetzen?
Unter Angela Merkel ist das Land in einen seltsamen Trancezustand versetzt worden, in dem jeder Lebensbereich einer „großen Transformation“ unterzogen wurde – unter dem Beifall von Kirchen, Universitäten und Medien. Und jetzt erwacht die Bevölkerung und schaut auf ihr Netto, den Job, die Familie und ihr Umfeld, und siehe: Es ist alles schlechter geworden. Das werden eine Wahl und ein Ulrich Siegmund nicht ändern können; denn die rot-grüne Macht wurde an allen Schaltstellen implementiert und durchsetzt heute Verwaltung und Staat: So reglementiert München auf dem Oktoberfest nun Pappmaché-Figuren.
Deutschland wird sich neu erfinden – müssen.
Inhaltsverzeichnis dieser Ausgabe
100 Seiten, durchgehend 4-farbig, broschiert








